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Sport

Der Fußball öffnet sich für Innovationen

Die Stadien machen sich bereit

Die Sportart Fußball zählt weltweit zu den beliebtesten Freizeitvergnügungen von Millionen von Menschen. Doch anders als in anderen Sportarten standen die Fans Innovationen zumeist skeptisch gegenüber. Diese Einstellung hat sich mit der Einführung des Videoschiedsrichters, bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland, ein wenig geändert.

Die Aufregung über den Videoschiedsrichter ist abgeklungen
In vielen anderen Sportarten ist es seit langer Zeit üblich, dass die Technik die Entscheidungen der Spielleiter unterstützt. Im Fußball gab es hingegen lange Widerstand gegen die Einführung des Videoschiedsrichters. Doch die Gegner wurden überstimmt und mittlerweile gehört die Überprüfung von strittigen Entscheidungen im Fußball zum Standard.

Seit nunmehr vier Jahren hilft die Aufzeichnung dabei, Probleme zu identifizieren und zu lösen. Das hat zwar nicht zu einem Ende der Diskussionen geführt, doch Statistiken zeigen, dass das Hilfsmittel seinen Zweck erfüllt. Denn die Überprüfungen passieren nicht nur mittels der Kommunikation zwischen dem Spielleiter und dem Videoschiedsrichter, sondern auch still im Hintergrund. Nur rund zehn Prozent der Entscheidungen in der Deutschen Fußball-Bundesliga stellten sich im Nachhinein als falsch heraus.

Generalprobe absolviert

Die UEFA Nations League hat ihre letzten Spiele vor der Fußball-Weltmeisterschaft in Katar absolviert. Dabei hatten die Trainer nicht nur Gelegenheit ihre Mannschaften zu adjustieren, sondern mussten gleichzeitig auch die Form ihrer Spieler unter Beweis stellen. Die letzten Gruppenspiele brachten wieder einige Überraschungen mit sich, darunter auch die Begegnung von Deutschland gegen Ungarn.

Hansi Flick musste dabei zu Hause seine erste Niederlage als Bundestrainer einstecken. Frankreich gelang hingegen ein Sieg gegen Österreich, England verlor gegen Italien, ebenso wie Spanien, das der Schweiz unterlag. Diese Ergebnisse lassen zwar da und dort die Alarmglocken schrillen, doch die Experten zeigen sich davon unbeeindruckt.

Katar bringt zahlreiche Neuerungen

Sie wissen, dass bei einer Fußball-Weltmeisterschaft andere Regeln gelten und dass die Teams noch lange nicht in Hochform agieren. Daher hat sich auch an der Favoritenliste für Katar nichts geändert. Bei den WM Quoten der Buchmacher liegt immer noch Brasilien, vor Frankreich, England, Argentinien, Spanien und Deutschland in Führung. Die Mannschaft von Superstar Neymar gilt als stark genug, um sich endlich den Traum vom sechsten Stern auf ihrem Trikot zu erfüllen.

Der Rekordweltmeister enttäuschte bei den letzten Turnieren, doch nun gelten die Spieler offenbar als reif genug, um ihrer ewigen Favoritenrolle gerecht zu werden. Die Buchmacher beobachten die spielerische Entwicklung schließlich lange genug, um eine realistische Einschätzung der aktuellen Situation abliefern zu können. Doch auch sie sind nicht vor Überraschungen gefeit, schließlich unterstützen große Turniere immer wieder den Aufstieg eines Außenseiters. Gut möglich, dass Kroatien in Katar einen Nachfolger erhält, der sich ebenfalls bis ins Finale vorkämpfen kann.

Was alle Teams vereint, ist der Umgang mit den zahlreichen Neuerungen, die diese Fußball-Weltmeisterschaft mit sich bringen wird. Da wäre zunächst der ungewohnte Termin im Herbst des Jahres. Zu dieser Jahreszeit finden zumeist Veranstaltungen wie die Deutsch Mountainbike Meisterschaft statt, doch das ändert sich gerade. Das hat zwar Auswirkungen auf das Public Viewing der Fans in Deutschland, jedoch weniger auf die Temperaturen, die um diese Jahreszeit in Katar herrschen.

Diese werden sich für die Spieler kaum von den gewohnten Sommertemperaturen unterscheiden. Im Herbst hat es in Katar im Schnitt 26 Grad. Das macht die Durchführung der Fußball-Weltmeisterschaft erst möglich, denn im Sommer klettert das Thermometer auf bis zu 50 Grad. Doch die Verschiebung hat gleichzeitig massive Auswirkungen auf die heimischen Ligen der Stars. Diese sind gezwungen, ihren Spielplan zu adaptieren.

Daher begann die aktuelle Saison auch in der Deutschen Fußball-Bundesliga früher als gewohnt und endet später als bisher. Dazwischen werden die Fußballer eine Pause von drei Monaten einlegen. Zunächst beginnt die Vorbereitung für das Turnier, dann treten die besten Fußballer des Landes bei der Fußball-Weltmeisterschaft an. Danach geht es in den Urlaub und in die Vorbereitung für die Rückrunde.

Gekühlt ins Abseits?

Dieser Ablauf stört den gewohnten Rhythmus gewaltig, Katar wird zeigen, welche Teams damit am besten umgehen können. Doch diese Umstellung ist erst der Anfang in einer Reihe von Innovationen, die den Fußball noch schneller und sicherer machen sollen. Zunächst sorgt das Veranstalterland für ein kühles Lüftchen. Dazu hat Katar neuartige Stadien bauen lassen, die über eine Kühlung verfügen. Diese wird durch die Solaranlagen am Dach der Stadien mit Energie versorgt.

Diese neuartigen Klimaanlagen sollten auch die Fans beruhigen, wenn die neue halbautomatische Abseitstechnologie zum Einsatz kommen wird. Sie gilt als Ergänzung zum Videoschiedsrichter und soll das Spiel beschleunigen, sowie die zahllosen umstrittenen Abseits-Entscheidungen beenden. Dazu setzt die FIFA in Katar einen Sensor im Ball, sowie ein Dutzend Kameras ein, die das Spiel und die fraglichen Situationen aus allen Winkeln erfassen soll.

Das System wurde in den letzten Monaten ausgiebig getestet und hat alle Überprüfungen bisher mit Bravour bestanden. Jetzt kommt die Abseitstechnologie erstmals bei einem großen Turnier zum Einsatz und soll die Entscheidungssicherheit im Fußball weiter verbessern. Nun wartet der erste große Härtetest auf jene Technologie, die scheinbar endlose Diskussionen ein- für allemal beenden soll.

Die Frauen geben zukünftig den Ton an

Zuletzt hat sich die FIFA entschlossen, auch den Frauen mehr Raum am Spielfeld zu geben. In Katar werden erstmals in der Geschichte drei Schiedsrichterinnen-Teams Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft leiten. Die Spielleiterinnen kommen aus Ruanda, Japan und Frankreich und werden zweifellos ihre Klasse unter Beweis stellen können. Immerhin konnte der Frauenfußball zuletzt bei der Frauen-Fußball-Europameisterschaft in England seine spielerische Attraktivität demonstrieren, jetzt sind die Schiedsrichterinnen am Zug. Sie geben in Katar den Ton an, ihr Einsatz wird garantiert für Aufsehen sorgen.

Fußball lebt vom Fortschritt. Bild von Radosław Zmudziński auf Pixabay

Wenn die zahlreichen Premieren gut über die Bühne gehen, können Fans davon ausgehen, dass die Innovationen im Fußball früher oder später auch in der Deutschen Fußball-Bundesliga ankommen werden. Diese würden den Sport noch attraktiver gestalten und für Klarheit am Platz sorgen. Jetzt sind die Anhänger gespannt, ob sich die neu entdeckte Innovationskraft des Fußballs bewährt.

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