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RegionThemen des TagesVG Konz

Borkenkäferbefall in der Verbandsgemeinde Konz

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Konz.    „Die Vitalität der heimischen Wälder ist stark gefährdet“

Das mittlerweile zweite trockene Jahr in Folge macht sich in den heimischen Wäldern unserer Verbandsgemeinde stark bemerkbar. Die Dürre der letzten Jahre verursacht neben der Austrocknung der Bäume und des Bodens einen stark zu verzeichnenden Borkenkäferbefall in den Nadelwäldern. Besonders extrem ist es bei den Fichten. Auch wenn die Verbandsgemeinde Konz nur über 4 % Fichten verfügt, so es ist umso beunruhigender, dass gerade dieser geringe Prozentsatz an Bäumen von dem Borkenkäfer befallen ist. Stark betroffen sind die Wälder rund um Konz, Wiltingen und Wasserliesch.

Hierzu hat am Mittwoch, den 31.07.2019 ein Ortstermin in der Gemarkung Oberemmel stattgefunden. Stadt- und Verbandsbürgermeister, Joachim Weber hat sich von Forstamtsleiter, Helmut Lieser und Förster Martin Bee die Situation vor Ort erklären lassen.

Auf Anhieb bietet sich ein gewohnter Anblick des Waldes. Bei näherer Betrachtung wird aber schnell klar, dass teilweise ganze Baumgruppen stark zu leiden haben und von den Borkenkäfern befallen sind.  Helmut Lieser erklärte die Situation wie folgt: „Dadurch, dass der Boden bis zu 1,50 m tief vertrocknet ist und dem Baum somit die Wasserzufuhr unmöglich macht, ist der Baum in seiner Abwehr geschwächt. Die Fichte ist ein Flachwurzler. Durch den natürlichen und fehlenden Abwehrmechanismus ist es für den Borkenkäfer leicht in die Rinde einzudringen. Ein gesunder Baum würde dem Borkenkäfer mit Hilfe von Harz entgegnen. Dies ist in der jetzigen Verfassung der Bäume nicht möglich. Der Borkenkäfer kann sich vermehren und immer weiter in die Bäume eindringen“.

Eine Möglichkeit, den Borkenkäfer zu bekämpfen, wäre die Entrindung der Bäume. Dies raten im Übrigen die beiden Forstexperten auch den privaten Waldbesitzern, die über einen Fichtenbestand verfügen. Der Käfer vertrocknet anschließend. Zudem muss das gefällte und mit dem Schädling behaftete Holz aus dem Wald gebracht werden.

Neben der Bekämpfung des Borkenkäfers ergibt sich schnell das nächste Problem. Die Kosten als auch der Aufwand einer Aufforstung der neutralisierten Stellen im Wald ist enorm. Weiter kommt hinzu, dass die Preise für Holz im Verkauf zurzeit im freien Fall sind. Konnte man vor ein paar Jahren den Festmeter für an die 100 Euro verkaufen so hat er sich nun fast halbiert.

Auch Baumarten die dem Klima bis dato gegenüber resistent schienen und auch trockene Jahre gut überstanden haben, sind mit der Veränderung des Klimas und anderen Krankheiten an Ihre Grenzen gekommen. Helmut Lieser bringt es auf den Punkt: „Die Vitalität der heimischen Wälder ist stark gefährdet“.

Bürgermeister Joachim Weber bedankte sich für die Erläuterungen und den Statusbericht bei den Forstbeamten. „Der Erhalt und die Gesundheit des Waldes ist existenziell und genießt hohe Priorität“, so Bürgermeister Weber.

Pressestelle VG Konz

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