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FeuerwehrKreis Trier-SaarburgWincheringen

Brand- und Katastrophenschutz führte eine Dekontaminationsübung durch. Video!

Wincheringen / Landkreis Trier-Saarburg. Der Brand- und Katastrophenschutz im Landkreis Trier-Saarburg befasst sich aktuell intensiv mit der Überarbeitung bestehender Strukturen und Konzepte im Bereich der Bekämpfung von CBRN-Gefahren, um diese an die neusten Herausforderungen unserer Zeit anzupassen.

Die Abkürzung CBRN, früher ABC, steht für chemisch, biologisch, radioaktiv oder nuklear. Örtliche Feuerwehreinheiten sind sowohl ausgerüstet als auch ausgebildet solche Gefahren, die man unter „Gefahrstofflagen“ zusammenfasst, in kleinerem Umfang eigenständig zu bewältigen. Um jedoch auch Gefahrstofflagen größeren Umfangs effektiv bekämpfen zu können, benötigt es besondere Ausrüstung und Ausbildung. Diese bündelt der Katastrophenschutz Trier-Saarburg im kreiseigenen Gefahrstoffzug.

Ein Spezialfahrzeug dieser Kreiseinheit ist in Wincheringen, Verbandsgemeinde Saarburg-Kell stationiert. Dabei handelt es sich um ein Katastrophenschutzfahrzeug des Landkreises, dass durch den Bund beschafft wurde, dem sogenannten Gerätewagen Dekontamination. Das Fahrzeug ist konzipiert verschiedene Einsatzlagen im Katastrophen- und Zivilschutz zu bewältigen.

Bei einer Übung am 12.09. in Wincheringen wurde der vollständige Einsatzzweck des Fahrzeuges beübt. So wurde eine Dekontaminationsstrecke der Stufe 3 aufgebaut. Die Stufe 3 stellt dabei die maximal mögliche Dekontaminationsstufe dar. Die Strecke sieht zwei Dekontaminationsabschnitte vor, die ein gefahrloses Dekontaminieren von Personen möglich macht. Einer der beiden Abschnitte ist dabei für Einsatzkräfte mit spezieller Schutzkleidung, den Trägern von Chemikalienschutzanzügen in verschiedenen Formen, vorgesehen. Dort findet eine vollständige und sichere Dekontamination und Entkleidung der Anzüge statt.

Im zweiten Abschnitt können Personen dekontaminiert werden, die keine spezielle Schutzausrüstung trugen und direkt mit den Gefahrstoffen beaufschlagt wurden. Dies können sowohl Einsatzkräfte ohne Schutzausrüstung wie auch die Zivilbevölkerung sein. In diesem Dekontaminationsabschnitt wird die kontaminierte Kleidung entkleidet und die Personen vollständig dekontaminiert.

Beide Dekontaminationsabschnitte können mit dem Fahrzeug aus Wincheringen autark betrieben werden, von der Bereitstellung von Frisch- und Trinkwasser, bis zum Aufsammeln des kontaminierten Schmutzwassers. Wenn eine solche Strecke betrieben wird, tragen die Einsatzkräfte erweiterte persönliche Schutzausrüstung und besondere Schutzanzüge. Bei der Übung wurde der Einsatz eines neuen sogenannten „Gebläsefilteranzuges“ getestet. Vorteil gegenüber dem Anzug, der vormals diesen Zweck erfüllte – Form 2 genannt, ist, dass die Belastung der Einsatzkräfte sinkt, eine höhere Einsatzdauer erfolgen kann und sich der Materialeinsatz reduziert. Ebenso wichtig ist der Vorteil, dass den Schutzanzug auch damit ungeübte Einsatzkräfte tragen können und dürfen, da nicht wie vormals ein Pressluft- oder Filteratemschutzgerät getragen werden muss, für dessen Nutzung verschiedene ärztliche und körperliche Eignungstest erfolgen müssen. So können in der Strecke auch Notärzte, Vertreter von Gesundheits- und Veterinäramt oder andere Funktionäre arbeiten. Das ermöglicht eine noch effektivere Durchführung von Notfalldekontaminationen.

Bei entsprechender Kombination des Fahrzeuges mit weiterführender Ausrüstung des Katastrophenschutzes Trier-Saarburg können auch Dekontaminationsstrecken betrieben werden, die für Verletze, Geräte, Fahrzeuge und Veterinäraufgaben genutzt werden können, wie beispielsweise bei Einsatzlagen im Zusammenhang mit Covid-19 oder der Afrikanischen Schweinepest.

Neben einer gefahrlosen Dekontamination von Personen kann das Fahrzeug auch noch bei anderen Einsatzzwecken tätig werden, wie beispielsweise bei der Förderung von frischem Trinkwasser.

 

 

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