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Hauptunfallursache > Sicherheitsabstand. Verkehrsunfallbilanz der PI Saarburg für 2017

Saarburg.

Verkehrsunfallbilanz der Polizeiinspektion Saarburg für das Jahr 2017 Unfallzahlen Gesamtüberblick Im Jahr 2017 nahmen die Beamten der Polizeiinspektion Saarburg und der Polizeiwache Konz insgesamt 1740 Verkehrsunfälle auf (1676 im Jahr 2016). Dies stellt im 10- Jahres Vergleich den Höchstwert an Verkehrsunfällen dar. Laut Stephan Wagner, Verkehrssicherheitsberater der Polizeiinspektion Saarburg ist dies auch auf das Anzeigeverständnis zurückzuführen und stellt auch nur den Wert der polizeilich aufgenommenen Unfälle dar.
832 Verkehrsunfälle ereigneten sich innerhalb geschlossener Ortschaften, dabei kam es bei 85 Unfällen zu Personenschäden. 908 Unfälle ereigneten sich außerhalb geschlossener Ortschaften,
davon 105 mit Personenschäden. Bei ca. jedem 9. Verkehrsunfall (190 Verkehrsunfällen) kamen Personen zu Schaden. Insgesamt 246 Menschen, 3 Personen mit tödlichen Verletzungen, 53 Menschen mit schweren und 190 Personen mit leichten Verletzungen wurden in 2017 durch die PI Saarburg statistisch erfasst. Nachdem im Jahr 2016 kein Mensch sein Leben auf den Straßen des Dienstgebiets verloren hatte, waren dies im Jahr 2017 drei Menschen. Am 11.06.2017 ein 44-jähriger PKW-Fahrer auf der B 268
zwischen Pellingen und Zerf. Am 30.09.2017 ein 80-jähriger Kleinkraftradfahrer auf der B 419 bei Oberbillig und am 25.10.2017 eine 22-jährige PKW-Fahrerin auf der B 419 zwischen Nittel und
Wellen. Die Zahl der Verletzten lag um 29 Verletzte höher als im Jahr 2016. Hauptunfallursachen der Unfälle im Bereich der PI Saarburg:
Ursache 1:
Nichteinhalten des Sicherheitsabstandes
377 Verkehrsunfälle (21 % aller VU)
Ursache 2:
Fehler beim Abbiegen, Wenden und Rückwärtsfahren und falsches Einfahren in den fließenden
Verkehr
339 Verkehrsunfälle (19 %)
Ursache 3:
unangepasste Geschwindigkeit
171 Verkehrsunfälle (fast 10 %), dabei wurden 66 Menschen verletzt.
Ursache 4:
Benutzung falscher Straßenteile (Geh-/Radweg) und Verstöße gegen das Rechtsfahrgebot
106 Verkehrsunfälle (6 %)
Ursache 5:
Vorfahrt
95 Verkehrsunfälle (5,4 %), dabei kamen 49 Menschen zu Schaden. Hier führt Wagner erläuternd aus: „Oftmals spielen aber mehrere Ursachen gemeinsam eine Rolle, so dass eine klare Trennung nicht immer möglich ist. So kann zum Beispiel ein Nichteinhalten des Sicherheitsabstandes mit gleichzeitig überhöhter Geschwindigkeit Unfallursächlich sein. In diesen Fällen wird nur eine Hauptunfallursache dargestellt.

Unfallbeteiligte/ Risikogruppen
Kinder:
Gegenüber 2016 mit 12 Unfällen mit Kinderbeteiligung, wurden in 2017 wieder 4 Verkehrsunfälle mehr aufgenommen. Leider wurden bei diesen 16 Unfälle insgesamt 13 Kinder verletzt. 6 verletzte Kinder waren Mitfahrer in Kraftfahrzeugen, vier Kinder wurden als Fußgänger und vier als Radfahrer verletzt. In diesem Zusammenhang weist Wagner auf die Sicherungsnotwendigkeiten von Kindern in Kraftfahrzeugen hin. „Nur ein richtiger und passender Kindersitz stellt ein Höchstmaß an Sicherheit für unsere Kinder
dar!“ Die Polizeiinspektion Saarburg führt regelmäßig entsprechende Kontrollen durch, dies insbesondere im Bereich von Schulen und Kindergärten. Auch auf dem kürzesten Weg sind Kinder stets ordnungsgemäß zu sichern! „Bezüglich der Beteiligung als Fußgänger ist eine sichtbare und reflektierende Bekleidung kein Luxus für die Kinder“, führt Wagner weiter aus. „Auch ist das Üben und Abgehen von Schulwegen hilfreich.“ Auch die Eltern und Erwachsenen sollten sich jedoch stets ihrer Vorbildrolle bewusst sein. „Gehen Sie mit gutem Beispiel voran. Insbesondere was wir teils bei Schulwegüberwachungen erleben, lässt uns an mancher Vorbildrolle zweifeln“, so Wagner abschließend. Stephan Wagner, der auch die Fahrradausbildung an den Schulen der VG Saarburg und Konz durchführt, erläutert die Notwendigkeit des Tragens eines Fahrradhelmes und die erlernten Fähigkeiten zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr als wichtige Bausteine der Verkehrssicherheit von Kindern als Radfahrer.
Motorisierte Zweiradfahrer:
Die Zahl der Unfälle mit Beteiligung motorisierter Zweiradfahrer ist im vergangenen Jahr wieder auf 65 Verkehrsunfälle gestiegen (Vorjahr: 50). Dabei wurde bei nahezu jedem Unfall ein Mensch
verletzt, 23 Personen wurden schwer und 32 Menschen leicht verletzt. Bei 38 Unfällen ging die Hauptunfallursache vom Motorradfahrer aus, in 18 Fällen führte eine nicht
angepasste Geschwindigkeit zu dem schädigenden Ereignis. Senioren:
An 252 Unfällen waren Senioren (Verkehrsteilnehmer ab 65 Jahren) beteiligt. Gegenüber 2016 stellt dies einen Anstieg um 23 Unfälle dar.
Diese 252 Unfälle entsprechen 14 Prozent aller aufgenommen Verkehrsunfälle. Davon waren in 112 Fällen die beteiligten Personen über 75 Jahre alt.
Bei 168 dieser Verkehrsunfälle waren die Senioren auch Hauptunfallverursacher, was einem Anteil von 66 Prozent entspricht. Die Hauptunfallursachen waren in 53 Fällen ungenügender
Sicherheitsabstand und 39-mal Fehler beim Wenden oder Rückwärtsfahren. Insgesamt wurden bei diesen Unfällen 43 Personen verletzt, davon 12 schwer.
Junge Fahrer:
An 371 Unfällen waren junge Fahrer im Alter von 18 – 24 Jahren beteiligt. Dies entspricht einer Zunahme von 20 Unfällen gegenüber 2016.
Diese 371 Unfälle entsprechen 21 % aller aufgenommenen Verkehrsunfälle. In 280 Fällen waren die jungen Fahrer auch Hauptverursacher, was einem Anteil von 75 % entspricht.
Unfallursächlich war in 65 Fällen die Geschwindigkeit. Hierbei wurden 88 Menschen verletzt, davon 13 schwer.

Weitere Unfallgruppen:
Unfälle unter dem Einfluss berauschender Mittel/ Fahruntüchtigkeit durch Alkohol:
Insgesamt kam es zu 36 Verkehrsunfällen in diesem Bereich (2016: 26). Dabei kamen 16 Personen zu Schaden, davon 5 Schwerverletzt. Seit Jahren setzt die Polizeiinspektion Saarburg sowohl auf die Prävention als auch auf die regelmäßige Durchführung entsprechender Verkehrskontrollen. Im Bereich der Drogenprävention wurden 250 Schüler über die Gefahren von Drogen und Alkohol im Straßenverkehr informiert. Wagner führt dazu aus: „Zum einen erfährt die Aktion „Bob- Nüchtern ist cool“ eine breite Akzeptanz bei jungen Fahrern, zum anderen führen die gesetzlichen Rahmenbedingungen, wie begleitendes Fahren und 0,0 Promille zu einem größeren Verständnis in dieser Risikogruppe.“ Verkehrsunfallflucht: 317 Verkehrsunfallfluchten mussten die Beamten im Jahr 2017 aufnehmen. Dies bedeutete einen leichten Anstieg um elf Unfälle gegenüber dem Vorjahr. In 145 Fällen konnte der Verursacher ermittelt werden, welches einer Quote von ca. 45 Prozent entspricht.
Harald Lahr, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Saarburg führt hierzu aus: „Hier sind alle Verkehrsteilnehmer und Passanten aufgefordert: Melden sie jeden Hinweis und jede Beobachtungen zur Klärung einer Unfallflucht. Niemand möchte gerne einen nicht verursachten Schaden selbst bezahlen.“
Harald Lahr führt abschließend die Konsequenzen aus. „Ermittelten Unfallflüchtigen droht der Führerscheinentzug! Es handelt sich hier keinesfalls um ein Kavaliersdelikt!“

Wildunfälle:
Die Anzahl der sogenannten Wildunfälle ist mit 569 Unfällen immer noch sehr hoch. Statistisch konnte nur ein leichter Rückgang von 14 Unfällen verzeichnet werden. Demnach ist nahezu jeder 3.
bei der Polizeiinspektion Saarburg aufgenommen Unfall ein Wildunfall (32 %). Bei diesen Wildunfällen wurden eine Person schwer und 6 Personen leicht verletzt. Bei 4 Unfällen
waren die Verletzungen unmittelbare Folge des Zusammenstoßes mit dem Wildtier und bei 3 Unfällen führte ein Ausweichmanöver zu den Verletzungen. Schwerverletzt wurde ein 16-jähriger
Leichtkraftradfahrer beim Zusammenstoß mit einem Wildschwein. Bei näherer statistischer Betrachtung dieser Unfallart stellte Stephan Wagner fest, dass sich diese Unfälle überwiegend in den Abend und Morgenstunden, meist in Waldgebieten ereigneten. Bei 69 % der Unfälle (394 Unfällen) sind Rehe beteiligt, dem folgen Wildscheine mit einem Anteil von 17 % (99
Unfälle) und Zusammenstöße mit einem Fuchs in 5 % der Fälle (30 VU). Berücksichtigt wurden hier nur die statistischen Werte der polizeilich aufgenommen Verkehrsunfälle.
Ergänzender Hinweis: Die Zuständigkeit der Polizeiinspektion Saarburg – zu der auch die Polizeiwache Konz gehört –
erstreckt sich auf 380 Quadratkilometer. Die Beamten sind zuständig für 58 Ortsgemeinden in den
Verbandsgemeinden Saarburg, Konz und Teilen der Verbandsgemeinde Kell am See.

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