Anzeige
Life-Style

Poker – Nur Glücksspiel oder doch Können?

Viele Menschen sind sich uneinig darüber, ob es beim Pokern lediglich auf Glück oder aufs Können ankommt. Wo einige der Meinung sind, dass dieses Spiel nur wenig mit den eigenen Fähigkeiten zu tun hat, so sind andere vom Gegenteil überzeugt.

Ob es nun reines Glücksspiel, ein Geschicklichkeitsspiel oder vielleicht eine Mischung aus beidem ist, werden wir Ihnen im folgenden Artikel erläutern. Dabei unterstützen uns vor allem Studien der Universität Heidelberg.

Rechtliche Lage

Zuerst klären wir schnell die rechtliche Lage rund ums Pokern. In dem Deutschen Gesetz wird Poker durch und durch als Glücksspiel klassifiziert. Da die Rechtlage bezüglich des Pokers und anderen Glücksspielen noch eine ganze Weile für Streitigkeiten gesorgt hat, waren bestimmte Arten von Online-Kasinos illegal in Deutschland. Bis zum Juli 2021 wurden die meisten Plattformen für Glücksspiele dennoch geduldet, bis es in besagtem Monat zur Legalisierung der Online-Kasinos und deren Spiele kam. Trotz dessen sind die Gesetze rund um das Thema nach wie vor etwas schwammig formuliert, wodurch Grauzonen bestehen bleiben.

Ergebnisse von Studien

Die Universität Heidelberg hat zu dem Thema, ob Poker eher dem Glücks- oder Geschicklichkeitsspiel zuzuordnen sei, eine Studie durchgeführt. Um einen Vergleichswert zu einem bewiesenen strategischen Spiel ziehen zu können, wurde das Schachspiel ebenfalls in die Studie aufgenommen und analysiert.

In der Studie wurden die Ergebnisse aus über vier Millionen Online Schach-, Poker- und Skatspielen ausgewertet. Mit Hilfe von sogenannten „Elo-Zahlen“ wurden anschließend ermittelt, wie viel Geschick in den einzelnen Spielen involviert war. Die Faustregel ist: Je mehr der Wert auseinander geht, desto weniger ist das Spiel von Glück abhängig.

Vor allem beim Schach waren die Zahlen äußerst variabel. Anfängern wurde eine Elo-Zahl von 1000 zugeschrieben und dem Schachweltmeister Markus Carlsen eine Zahl von 2845. Daraus resultierend lag die Standartabweichung beim Schach bei 170 Prozent und beim Poker bei 30 Prozent.

Im Voraus definierten die Wissenschaftler eine Geschicklichkeitsgrenze von 50 Prozent, was Poker daher zu einem Glücksspiel macht.

Unterschiede bei Varianten von Poker

Dieselbe Studie hat gezeigt, dass es unter dem diversen Arten von Poker auch noch einmal einige Verschiedenheiten gibt. So benötigt man beim Omaha Hold’em Poker mehr Können als beispielsweise beim Texas Hold’em Poker. Mit einem Mittelwert von 40 gilt Omaha Hold’em Poker allerdings ebenfalls noch als Glücksspiel.

Ausgleich durch Erfahrung

Die Studie kam parallel zu dem Ergebnis, dass die Erfahrung eines Spielers trotzdem entscheidend ist. Rein statistisch gesehen hat ein Anfänger nämlich weniger Chancen gegen einen Profi als umgekehrt. Natürlich spielt das Glück nach wie vor eine Rolle, jedoch besagt die Regel der Wahrscheinlichkeit, dass der Profi gegenüber dem Anfänger einen Vorteil durch sein vorhandenes Wissen hat.

Natürlich kann man im Vorfeld nicht wissen, was für Spieler man mit an seinem Tisch sitzen hat, doch man könnte es anhand der Verhaltensweisen der Teilnehmenden teilweise erkennen. Außerdem können unerfahrene Spieler sich mit der Zeit auch noch verbessern, indem sie ihre Schwächen analysieren, aus ihren Fehlern lernen und dabei ihre Stärken richtig ausspielen.

Die Übersicht behalten

Auch eine gute Organisation kann dabei helfen, den Überblick über das Spiel nicht zu verlieren. Dafür gibt es mittlerweile auch unterschiedliche Tools im Internet, die Ihnen und Ihren Mitspielern das Leben ein Stück einfacher machen.

Sogenannte Poker Timer könnenden sowohl Privatpersonen als auch Betreiber von kleinen oder größeren Pokerevents, dabei unterstützen, die Übersicht über das Spiel Geschehen zu behalten. Außerdem ist es Spaßiger, ein solches Tool zu nutzen und dabei die Leistungen zu tracken.

Fähigkeiten, die beim Poker helfen können

Es gibt bestimmte Kompetenzen, die Sie sich aneignen können, um ihre Gewinnchancen zu steigern und bei bedarf Verluste zu minimieren. Schließlich geht es beim Poker nicht nur darum, möglichst viel Geld mit nach Hause zu nehmen, sondern auch, in bestimmten Situationen die Verluste einzudämmen.

Emotionen kontrollieren und bewusst einsetzen

Negative Emotionen können sich schnell negativ auf ein Spiel auswirken. Vor allem Frust ist beim Poker sehr gefährlich, da er uns unserer Rationalität beraubt, neutral auf das Spielfeld zu blicken. Ebenso ist das Kontrollieren der Emotionen wichtig, da die eigenen Gefühle beim Poker auch schnell gegen einen selbst verwendet werden können.

Fallen Sie daher nicht auf Sticheleien herein, sondern seien Sie es, die das Spielfeld beherrschen. Schaffen Sie es, ihrer Emotionen Herr zu werden, können Sie nicht nur bewusst auf gewisse Spielstile zurückgreifen, sondern auch das Spiel Ihrer Mitspieler beeinflussen. Immerhin redet man beim Poker auch nicht umsonst davon, dass man stets ein Pokerface bewahren sollte.

Menschen lesen lernen

Versteht man seine Mitspieler, so kann man diese dazu bringen, vielleicht einen Zug zu tätigen, den sie sonst nicht gemacht hätten. Vergessen Sie nicht, dass die Nachteile ihrer Mitspieler gleichzeitig Ihre Vorteile sind, wenn sie diese zu wahrnehmen können.

Man kann Zeichen zu erkennen lernen und versuchen, die Spieler zu verunsichern, zu Frustrieren oder anderweitig zu beeinflussen. Dabei sollten Sie stets darauf achten, ihr eigenes Gesicht zu wahren und keine ihrer eigenen Schwächen zu entblößen.

Lernen Sie aus Ihren Fehlern

Zu wissen, warum man verloren hat, ist hinsichtlich zukünftiger Spiele hilfreich. So kann man nicht nur erkennen, wann man vielleicht besser aufgeben sollte, um die Verluste zu minimieren, sondern wird auf lange Sicht auch besser.

Schließlich sind es auch nicht immer große Fehler, die einem das Spiel kosten können. Besonders viele kleine Fehler könnten die Quelle der nicht endenden Niederlage sein.

Überschätzen Sie nicht Ihre Fähigkeiten

Hochmut kommt vor dem Fall, wie das Sprichwort so schön sagt. Da es beim Poker oftmals um echte Geldbeträge geht, sollten Sie dort besonders darauf achten, sich selbst nicht zu Über- und den Gegner nicht zu Unterschätzen.

Wählen Sie daher Ihre Spiele mit Bedacht aus und gestehen Sie sich selbst ein, wenn ein Spiel verloren ist. Versuchen Sie nicht, es krampfhaft zu retten, sondern geben Sie sich zum richtigen Zeitpunkt geschlagen.

Hören Sie auf Ihre Instinkte

Nicht viele machen dies und doch ist es so wichtig. Nicht nur beim Poker, sondern auch für den Alltag sollte man sich angewöhnen, mehr auf sein Bauchgefühl zu lauschen. Oft suchen Menschen nach Antworten, wenn etwas nicht nach Plan läuft und ignorieren eventuell das, was unser Körper uns dann mitteilen möchte.

Lernen Sie, auf genau dieses Bauchgefühl zu achten und hören Sie darauf, wenn es auftritt. Anstatt krampfhaft nach Antworten zu suchen, warum Sie verlieren oder, ob sie gerade betrogen werden, hören sie lieber auf ihren Instinkt und beenden Sie das Spiel.

Verständnis für Varianz und Mathematik

Poker ist ein Spiel, welches auf Zahlen beruht und dadurch ergibt sich die Möglichkeit, gewisse Bereiche aus der Mathematik anzuwenden, um sich die eigenen Gewinnchancen erschließen zu können. Denken Sie daran, wie wahrscheinlich es ist, dass verschiedene Varianten eintreffen könnten oder nicht.

Ebenfalls wird es helfen, die unfassbare Varianz des Pokers zu verstehen und zu berücksichtigen. Jedes Spiel ist unterschiedlich und bedarf individueller Einschätzung.

 

Abschließend lässt sich sagen, dass Poker zwar als Glücksspiel zu klassifizieren ist, erfahrene Spieler jedoch einen Vorteil gegenüber Anfängern haben. Mit etwas Zeit und Ehrgeiz, etwas über Poker zu lernen und sein Können zu verbessern, können Sie Ihre Chancen auf einen Gewinn nach und nach steigern. Außerdem könnten durch das Ausbauen gewisser Fähigkeiten die Chancen auf einen Gewinn ebenfalls gesteigert werden.

Anzeige
Schaltfläche "Zurück zum Anfang"